Ist Schach eine Sportart oder nicht?

Schach ist ein sehr beliebtes Spiel, deren Fangemeinde weltweit eine gesamte Philosophie rund um das Spiel zum Leben erweckt hat. Der Name Schach wird aus dem persischen abgeleitet und bedeutet übersetzt “König”.

Jährlich werden in allen Ecken der Welt eine Vielzahl an Turnieren, ja sogar Schach-Weltmeisterschaften, veranstaltet. Hier treffen sich die besten der Zunft, die sogenannten Grandmaster des Schachs.

Trotz der vielen Turniere und der großen Popularität, wurde im Jahre 2013 beschlossen, dass es sich bei diesem Spiel nicht um eine tatsächliche Sportart handelt. So erhalten Vereine des Spiels keine Fördergelder und das Spiel ist auch nicht Teil der Kategorien der Olympischen Spielen. Gerechtfertigt wurde der Beschluss mit der Begründung, das Schach nicht alle Bedingungen hinsichtlich der körperlichen Tätigkeit, Spielhaftigkeit, Leistung, Organisation, Regeln und ethische Komponente erfüllt. Es sei umgangssprachlich ausgedrückt nicht “sportlich” genug.

Seitdem ist in der Szene eine Debatte ausgebrochen, ob es sich nun um einen Sport oder reines Spiel handelt. Vertreter und Fans des Spiels rechtfertigen ihre Meinung Schach sei eine förderungswürdige Sportart anhand der folgenden Kriterien:

Das Gehirn ist der “Muskel”

Viele Experten des Spiels sind der Meinung, dass beim Schachspiel genauso Muskel in Anspruch genommen werden, wie bei anderen Sportarten. Hier wird anstatt des Bizeps zum Beispiel, das Gehirn als der “sportliche” Muskel gerechtfertigt. Somit soll es sich tatsächlich um eine Sportart handeln und die Bedingung der körperlichen Tätigkeit erfüllt sein.

Schach erfordert ein Leistungsvermögen

Das man sehr viel Konzentration, Strategie und Cleverness bei einem Schachspiel aufweisen muss, ist kein Geheimnis. Befürworter des Spiels sind der Meinung die Vollendung und Gewinnen eines Schachspiels sei eine tatsächliche sportliche Leistung, die Disziplin erfordert und somit sich den Reihen der Sportarten einreihen sollte.

Organisierte Schachvereine

Bei der Definition einer Sportart wird auf den Punkt Organisation und Regelwerk sehr viel Wert gelegt. Hier liegt auch das beste Argument der Schachgemeinde, da es sich bei dieser nicht nur um organisierte Vereine mit Strukturen und sportlichen Sponsoren handelt, sondern das Spiel selbst mit einem sehr konkreten und strengen Regelwerk definiert ist.

Fazit

Fasst man die unterschiedlichen Argumente zusammen ist es durchaus verständlich, dass die Fans des Spiels darauf bestehen es handelt sich, um eine tatsächlich Sportart. Nur im Punkt des sportlichen und körperlichen Faktors kann man unter Umständen streitig werden.

Schach als Sport zu bezeichnen kann unter Umständen manchmal in Frage gestellt werden, jedoch gibt es so einige Sportarten, die sogar noch viel umstrittener sind und trotzdem die Fördergelder erhalten sowie das Prestige einer echten Sportart. Als Beispiel dient hier der Bereich des Online-Gaming, welcher  als ‘Esport’ bekannt ist. Betrachtet man die Professionalisierungen in den letzten Jahren kann diese Analyse kaum aberkannt werden. Ob etwas ‘sportlich’ ist, das entscheidet oftmals die Einstellung. Wer Schach mit einem klaren Leistungsgedanken betreibt, ist ein Sportler. Wer Schach mit Disziplin lebt, ist ein Sportler. Wer Schach in Turnieren spielt und somit dem Wettbewerbsgedanken folgt, ist ein Sportler